Tuina bei Menstruationsbeschwerden
Regelschmerzen - PMS (Prämenstruelles Syndrom)
Kennen Sie das? Jeden Monat dasselbe „Lied“ (Leid)….Ab ca. Mitte des Zyklus bis zum Einsetzen der Regel…
• Launen und Emotionen, die uns wundern lassen wie wir und unsere Umwelt das bloß ertragen sollen
• Kopfschmerzen bis zu heftigen Migräneanfällen
• Bauchschmerzen, Brustspannen und Krämpfe aus der Vorhölle
• Zyklusschwankungen: die monatliche Überraschung…
Dann endlich…einige Tage Erholung, friedlich-freudiges Miteinander, Frau fühlt sich körperlich und emotional großartig, fit und wunderbar! Bis das berühmte „PMS“ wieder zuschlägt…
Wir fragen uns mehr oder weniger verzweifelt: "und das muss ich nun ungefähr 400-500 Mal in meinem Leben ertragen???"
Nein – bitte nicht!! Zugegeben – es gibt einige wirklich schwere oder hartnäckige Fälle, bei denen meist nur Schmerzmittel in den ersten Tagen im Zyklus helfen. Sehr vielen Frauen kann aber ausgezeichnet mit einer Kombination aus TCM Kräutern und Tuina Anwendungen geholfen werden!
Aus Sicht der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) ...
... sind Unterleibsschmerzen/Brustspannen, Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen vor oder während der Regel eine Störung des Leber Qi. Qi, (westlich am ehesten mit „Lebensenergie“ zu umschreiben) fließt in Bahnen (den Meridianen) regelmäßig durch den Körper. Verantwortlich für einen entspannten, regelmäßigen Fluss ist die Leber. Kommt es hier zu einer Störung, spricht man von Leber Qi Stagnation. Da Qi auch das Blut bewegt, welches nun vielleicht auch gestaut ist, kann es zusätzlich zu einer Blutstagnation kommen, die sich in stechenden, krampfartigen Schmerzen äußert.
Wie kommt es zu einer Leber Qi Stagnation?
Die Leber hasst Wut, Stress, Ärger, Zorn, Ungeduld und unterdrückte Gefühle. Gerade in unserer hektischen, stressigen, leistungsorientierten Zeit….ohne Zeit…ein idealer Nährboden für oben genannte Probleme!
Die Leber liebt: Gelassenheit, Kreativität und die Farbe grün! (Natur!) Tanzen, singen, malen, töpfern…was auch immer Ihrer Kreativität Spaß macht! So oft wie möglich – hinaus in die Natur, wandern, spazieren gehen oder leichte Bewegung ohne Erfolgsdruck.


Wie kann ich Ihnen mit Tuina helfen?
Tuina Anwendung bei Stagnation:
Das Ziel der Anwendung ist eine Lösung der Qi und/oder Blutstagnation mittels kräftiger und bewegender Techniken wie Tui, Na, Nie und Rou sowie schröpfen mittels Schröpfgläsern oder einer Schröpfmassage entlang des Lebermeridians. Mittels Akupressur werden spezielle Punkte am Lebermeridian gedrückt und massiert. Viele Klientinnen merken während der Anwendungen sofort eine Entspannung und Erleichterung ihrer Symptome.
Bei starken Verspannungen bewährt sich meist auch das Schaben (Gua Sha) mit einem Plastikplättchen über die verklebten/verspannten Muskelgruppen oder sanfteres Schaben entlang der gestauten Meridiane.
Tuina Anwendung bei Mangel:
Haben Sie jedoch eher Probleme NACH der Regel, sind Sie müde, abgeschlagen und kraftlos, dann spricht man in der chinesischen Medizin von einem Mangel oder einer Schwäche. Dabei kann es sich entweder um einen Qi-oder Blutmangel (bei sehr starken, langen Blutungen) handeln. Letzterer sollte unbedingt immer mit gezielter Ernährung und/oder Kräutern zusätzlich unterstützt werden!
Hier ist es wichtig die Klientin nicht noch weiter zu schwächen. Die Anwendungen sind daher sanfter, kräftigend, aufbauend und wärmend. Es kommen Techniken wie sanftes Mo auf Bauch und Rücken, Stärkung der Nierenenergie und des Milzmeridians (Blutaufbau!) zum Einsatz. Zusätzlich werden hier Akupunkturpunkte zum Blutaufbau und der Energiestärkung mittels Akupressur massiert oder auch mit einer Moxazigarre erwärmt.

Bitte besprechen Sie ALLE Symptome immer vorab mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin und klären Sie ab, ob es schulmedizinische Gründe für Ihre Probleme gibt!

Noch ein paar Empfehlungen
Achten Sie, so weit wie möglich, auf ausreichend Ruhe während des/der ersten/stärksten Tage ihrer Regel
Bei Kältesymptomen und Krämpfen (frösteln, kalte Füße, kalte Hände…) helfen Wärmeflasche oder ein warmes Fußbad
Essen Sie ausreichend (Proteine!)– gerne auch etwas mehr als sonst - vor und während der Regel
Bei starken Mangelzeichen so oft wie möglich warm (gekocht) essen, Kraftsuppen eignen sich hier hervorragend
Bei Stagnationen ideal: leichter Sport (leichtes Laufen, Wandern, Walken, Yoga, Qi Gong etc…)- ohne Druck!
Chinesische Kräuter und/oder Tinkturen (in Kombination mit Tuina Anwendungen) zeigen die besten Erfolge. Dr. Szilvia Csany-Grafelmann steht Ihnen gerne mit ihrer jahrelangen Expertise über TCM Kräuter zur Seite. (siehe unter Links und Partner)
Fallbeispiel
Klientin, 27 Jahre, Menstruationsbeschwerden
Symptome
Starke Schmerzen/Krämpfe im Unterbauch, Brustspannen, emotional angespannt, weinerlich und leicht depressiv ca. 1 Woche vor Einsetzen der Regel. Braucht Ruhe, kann sich in dieser Zeit schwer auf ihren Job konzentrieren, nimmt dann oft Schmerzmittel. Hat oft Kältegefühl, mag auch keine Kälte, Wärme lindert die Schmerzen. Periode kommt relativ regelmäßig (+/- 2-3 Tage). Das Blut ist dunkel, etwas klumpig, dauert insgesamt ca. 4-5 Tage, wovon die ersten 1-2 Tage stark sind.
TCM-Diagnose
Der Puls war gespannt und die Zunge zeigte eine leicht livide Verfärbung, besonders ausgeprägt an den seitlichen Rändern.
Aufgrund der Beschreibung der Symptome und Puls-und Zungendiagnose handelt es sich hierbei um eine Leber-Qi-Stagnation mit Kältesymptomatik.
TCM-Behandlung
Nach ärztlicher Abklärung von der TCM-Gynäkologin, bekommt die Klientin TCM-Kräuter und Tuina-Massagen verordnet. Die Anwendungen sollen wöchentlich oder jeder zweite Woche erfolgen und über 2-4
Zyklen andauern. Anbei ein paar Beispiele. Je nachdem in welchem Abschnitt des Zyklus sich die Klientin zum Zeitpunkt der Sitzung befand, wurde die Tuina und die Auswahl der Akupunkturpunkte an den Zyklus angepasst.
Massagetechniken am Rücken:
- Kräftiges, bewegendes Tuina entlang des Rückenstreckers
- Gua seitlich am Rippenbogen
- Sanftes rütteln und schütteln am Oberkörper um den Stau und die Stagnation zu lösen, das Qi zu bewegen
- Rou und Gun am Rücken und am Blasenmeridian kamen zum Einsatz
- Ebenso wie Schröpfmassagen am Beckenkamm und an der LWS
- Mit der Moxazigarre (Beifusskraut) wurden die Akupunkturpunkte Bl 18 (Leber), Ren 6 und Ren 4 gewärmt.
- Der Unterbauch bzw. der untere Rücken wurden zusätzlich mit einer TDP-Lampe (Moxalampe) gut aufgewärmt.
- Um anschließenden Kopfschmerzen vorzubeugen (befreites Yang-Qi steigt nach oben), wurden am Ende der Anwendungen Punkte an den Füßen mittels An Rou gedrückt. (z.B. Le 3)

Empfehlungen für Zuhause:
- Warmes Fußbad bei Kälte und Schmerzen
- Leichte Bewegung: spazieren gehen, wandern, leicht laufen - ohne Leistungsdruck
- Tai Qi, Qi Gong, Yoga
- Stress meiden – sich und andere nicht einengen, kreative Arbeiten (Malen, Singen, Tanzen etc.)
- Ernährung: warmes, gekochtes Essen wie z.B. Eintöpfe, warmes Frühstück wurden empfohlen
Ergebnnis:
Nach 2 Monaten konsequenter Tuina-Massage und Einnahme der TCM-Kräuter, trat eine deutliche Besserung der Beschwerden ein, die Schmerzen waren um vieles leichter und auch die extreme emotionale Angespanntheit ließ nach. Nach 3 Monaten war die Klientin schmerz- und symptomfrei.
Um einen eventuellen Rückfall zu vermeiden, kommt die Klientin nach wie vor regelmäßig, allerdings wurden die Anwendungen auf einen Rhythmus von ca. 4-6 Wochen ausgedehnt.