Tuina und Menopause
Menopause- Wechsel- Klimakterium- die zweite Pubertät ...
… oder wie auch immer Sie es nennen wollen. Apropos nennen…hier vielleicht ein paar Begriffe und Erklärungen, die Ihnen immer wieder unterkommen werden und eventuell ein bisschen Klarheit in Ihre „heiße Lebensphase“ bringen können:
Der bei uns oft umgangssprachlich genannte „Wechsel“ beginnt bereits mit ca. Ende 30. Diese Phase nennt man die Prämenopause, welche ca. zwischen dem 38-44 Lebensjahr anfängt. Hier zeigen sich oft erst diskrete, meist unbemerkte hormonelle Veränderungen. An die Prämenopause schließt nahtlos die Perimenopause an – dies sind nun die eigentlichen „Wechseljahre“, welche bis ca. 1-2 Jahre nach der letzten Periode andauern. Das Jahr nach der letzten Regelblutung nennt man die Menopause – daher kann die Menopause auch erst im Nachhinein bestimmt werden. An die Menopause schließt nun die Postmenopause an.
Was passiert in den Phasen der Menopause mit uns?
Als sogenannte Wechseljahre wird bei Frauen der Übergang von der fruchtbaren in die nicht mehr fruchtbare Zeit beschrieben. In Europa ist der durchschnittliche Zeitpunkt der Menopause ungefähr das 52. Lebensjahr. Das kann manchmal aber schon deutlich früher der Fall sein und oft bis zu 10 Jahre andauern.
Was sind unsere wichtigsten Hormone und ihre Aufgaben?
- Das allseits bekannte Östrogen. Ein Überbegriff für Substanzen aus der Östrogenfamilie (Östradiol, Östron und Östriol). Östrogen ist zuständig für den Schleimhautaufbau in der Gebärmutter in der ersten Zyklushälfte, Wassereinlagerungen in Brüsten, Händen und Beinen, Emotionen, starke Knochen, Schutz vor Atherosklerose uvm.
- Progesteron: Progesteron wird in der zweiten Zyklushälfte vom Gelbkörper (Corpus luteum) gebildet und bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung einer Eizelle vor. Es wirkt unter anderem auch beruhigend, angstlösend und schlaffördernd.
- Testosteron: Wird nicht nur im Eierstock, sondern auch in der Nebennierenrinde produziert und schwankt im Zyklus ähnlich wie Östrogen – nur schwächer. Es ist z.B. zuständig für den Muskelaufbau, Libido und Tatkraft.


Ihr Befinden während dieser Phasen
Je nachdem in welcher der oben genannten Phasen Sie sich befinden, können Ihnen verschieden Beschwerden das Leben nun ganz schön vermiese. Das Spektrum der Unannehmlichkeiten reicht von:
Schlafstörungen
Unruhe
depressiven Verstimmungen
bis zu den gefürchteten Hitzewallungen
Auch
Hautirritationen (wie plötzlich auftretende mysteriöse Ekzeme)
Gelenksschmerzen
Gewichtszunahme
Osteoporose
Schwindelanfälle
bieten wenig Grund zu Freude in diesem Lebensabschnitt!
Sie sind nicht alleine
8 von 10 Frauen haben eines oder mehrere Symptome in unterschiedlichen Intensitäten und über unterschiedlich lange Zeitspannen!
Bitte besprechen Sie ALLE Symptome immer vorab mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin! Bei sehr starken Symptomen ist nach ausführlicher Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin eventuell auch nichts gegen eine Hormontherapie mit bioidenten Hormonen zur Unterstützung einzuwenden!
Wie kann Tuina Ihnen helfen?
Tuina Anwendungen zeigen oft eine deutliche Verbesserung der folgenden Beschwerden!
Hitzebeschwerden: Schröpfmassage oder Gua Sha: leiten Hitze aus, vermindern Hitzewallungen/Schwitzen
Unruhe/Schlafstörungen: beruhigende Techniken am Bauch und Kopf (Mo, Tui). Stärkung der Yin Meridiane: aufsteigendes Yang ist nach TCM oft die Ursache für Hitze, Unruhe und Schlafstörungen. Eine Stärkung des Yins und der Yin Meridiane schafft Abhilfe.
Haut und Darm: sanfte Techniken am Bauch (Mo, Tui, Rou) regen die Verdauung an, fördern die Darmbewegung und können dadurch Hautbeschwerden lindern.
Emotionen/Stimmungsschwankungen: Bei emotionalen Dysbalancen (leichte Reizbarkeit, Wut, Ärger) oder leichten Depressionen/Ängsten sind oft Stagnationen (Stau) oder ein Mangel der Auslöser. Besonders der Lebermeridian ist empfänglich für eine Stagnation. Dieser wird daher mittels kräftiger Techniken (Rou, An, Nie) und das Setzen von Schröpfgläsern gelöst. Hingegen deuten ein schwaches Bindegewebe, grübeln und häufige Sorge, auf eine Schwäche im Milz- oder Nierenmeridian und bedürfen einer Stärkung durch Wärme und sanfte Techniken und einer eventuellen Nahrungsanpassung.
Antriebslosigkeit, Müdigkeit: sanfte, stärkende oder wärmende Techniken wie Mo, Tui oder Ca werden auf Bauch und Rücken (Nieren und Milzmeridian) angewandt und verschiedene Akupunkturpunkte mit der Moxazigarre erwärmt.


Noch ein paar Empfehlungen….
Bitte achten Sie auf einen ausreichend hohen VitD3 Spiegel und nehmen Sie ausreichend Kalzium, Magnesium und Zink zu sich.
Ungern sage ich Ihnen: meiden Sie Alkohol, Zucker und Kaffee. Lieber: genießen Sie in Maßen ab und zu einen Kaffee mit Kuchen oder ein alkoholisches Getränk. Meiden Sie lieber (wenn möglich) Stress.
Gerne gebe ich Ihnen auch Ernährungstipps mit, oder empfehle Ihnen bei weiterführenden Ernährungsberatungen eine professionelle TCM-Ernährungsberaterin.
Bei leichten oder beginnenden Symptomen, helfen chinesische Kräuter und/oder Tinkturen ausgezeichnet. Dr. Szilvia Csany-Grafelmann steht Ihnen gerne mit ihrer jahrelangen Expertise zur Seite. (siehe Links).
Fallbeispiel
Gabriela, 50, Menopause
Symptome
- Wechseljahre, keine Periode mehr seit 8 Monaten (Menopause daher noch nicht fix)
- schwitzt stark in der Nacht, oft auch tagsüber bei geringer emotionaler Belastung
- ist unruhig, kann schlecht schlafen (Probleme beim Einschlafen und Durchschlafen)
- manchmal auch depressiv
TCM-Diagnose
Yin-Mangel mit Leere-Hitze aufgrund von Blutmangel
TCM-Anwendung mit Tuina -> ruhige Arbeitsweise!
Tuina im Sitzen:
- Na Nie am Nacken und bei Gb 20
- Dian an Ren 17
- Cuo seitlich von den Rippen nach oben – kräftig streichen
Tuina am Rücken:
- Tui nach unten
An Rou an Bl 23, Du 4, Bl 18- Bl 22 – evtl. auch dort schröpfen
- Ca bei LWS
Bei aufsteigender Hitze: fragen ob Klientin Gua Sha mag, aushält -> Blasenmeridian, entlang von Bl 18
Tuina am Bauch:
- langes, langsames Mo im Uhrzeigersinn
- Ren 17 – drücken – mit An
- Tui und Na Nie an den Beinen medial und lateral (innen hinauf, außen hinunter bis die Haut warm wird)
- An Rou: Ma 36, Di 11 sowie 3E 5, Mi 6 und Mi 10
Tuina am Kopf -> Die großen 4

Ernährung:
Qi und Blut stärken mit TCM-Ernährung:
- Warmes, gekochtes Essen und v.a. warmes Frühstück
- Blattgemüse (Kohl, Spinat etc.) rote Rüben (Ernährungszettel mitgeben)
- Goji-Beeren, Blut-Tonics, Aronia
- 8 Schätze Kräuter (Apotheke)
- Vit. D3 + Zink
- Kein Kaffee, Alkohol, Rauchen, Zucker, Stress und meiden von Histamin (Rotwein, reifer Käse…)
Sonstige Tipps:
Schlaf ist wichtig -> gegen 22:00 Uhr zur Ruhe kommen, lesen – kein Handy (oder Blaufilter), mäßig Bewegung (Yoga, Qi Gong usw.)